Wie mache ich mein E-Bike fit für den Frühling?

Fit für den Frühling: Die Zeit des E-Bikes ist angebrochen. Monatelang verharrte das E-Bike sozusagen in einer Winterstarre. Doch mit der ersten Wärme im Frühling fängt sich auch das E-Bike wieder an zu regen. Es ist also an der Zeit, das E-Bike für die erste Tour vorzubereiten und fit für den Frühling zu machen.

 

Foto: Babsi F. – E-Bike ist fit für den Frühling

Kaum zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen, steigt auch die Lust darauf E-Bike zu fahren. Aber Achtung: Bevor du dich in den Sattel schwingst, gilt es, das gute Teil einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Egal ob es sich um ein E-Mountainbike, ein E-Citybike oder ein E-Trekkingbike handelt, die richtige Pflege vor allem nach einer Pause ist essentiell. 

 

Warum? Na, ganz einfach. Es geht darum, sicherzustellen, dass mit dem E-Bike alles in Ordnung ist. So macht die Tour nicht nur Spaß, sondern ist auch noch sicher. Und keine Bange: Länger als eine halbe Stunde sollte der Check eigentlich nicht dauern – vorausgesetzt natürlich, dass nichts kaputt ist und du keine Ersatzteile brauchst. Aber nun alles der Reihe nach.

Zuerst müssen alle elektronischen Teile entfernt oder zumindest abgedeckt werden, damit sie während der Kontrolle und vor allem der Reinigung des E-Bikes keinen Schaden erleiden. Danach kann es losgehen mit dem Check.

1. Reinigung:

Nach so vielen Monaten der Winterruhe dürfte das E-Bike etwas verstaubt sein und nicht wirklich fit für den Frühling. Für die Reinigung eignet sich eine Handbürste. Sollte eine Stelle schwer zu erreichen sein, kannst du dir mit einer Zahnbürste behelfen. Danach kannst du das E-Bike mit einem Lappen und warmen Wasser schonend abwischen. Bitte keinen Hochdruckreiniger benutzen, weil dadurch elektrische Kontakte und mechanische Lager beschädigt werden können. Danach wird das E-Bike abgetrocknet und der Rahmen mit einem für E-Bikes geeignetem Pflegeöl oder Wachs eingeölt.

2. Ölen/schmieren:

Auch alle beweglichen Teile wie Bremsgelenke, Brems- und Schalthebel, Schaltwerk, Schalt- und Bremszüge benötigen eine Behandlung mit Öl.

 

Alles bereit für den Frühling! Foto: Beme S.

3. Kette:

Die Kette bedarf besonderer Aufmerksamkeit und muss ebenfalls fit für den Frühling gemacht werden. Schließlich soll verhindert werden, dass sie nicht mehr richtig greift oder reißt. Mit einer Kettenlehre kannst du überprüfen, ob sie länger geworden ist. Wenn du dich mit diesem Instrument aber nicht auskennst, solltest du eine Werkstatt aufsuchen, die bei Bedarf auch noch gleich die Ritzel auf ihre Tauglichkeit überprüfen kann.

 

Was du jedoch tun kannst ist, die Kette – nachdem sie mit einem Tuch und Kriechöl gereinigt wurde – mit einem Schmiermittel einzureiben. Dabei gibt es zwei Dinge zu beachten: Erstens solltest du ein Mittel verwenden, das eigens für E-Bikes entwickelt wurde und zweitens solltest du davon nicht zu viel verwenden, weil dieses sonst in die Bremsanlage zu sickern droht, was die Bremskraft stark beeinträchtigen würde. Ob Sprühölnebel oder flüssiges Öl zur Anwendung kommt, ist deinem Geschmack überlassen.

Wie du deine Kette richtig ölst, zeigt dir unser E-Bike Experte Christopher in unserem Video “Fahrradkette ölen”.

4. Schaltung:

Bei der Schaltung musst du überprüfen, ob die Gänge alle funktionieren. Ist das nicht der Fall, empfiehlt es sich, eine Werkstatt aufzusuchen. Denn wenn du davon keine Ahnung hast, solltest du dich hüten, selbst Hand anzulegen. Begutachtet werden müssen auch die Schaltzüge. Du solltest darauf achten, dass sie noch schön in der Schaltzughülle verlaufen.

Wie du deine Schaltung richtig einstellen kannst, zeigt dir Christopher in dem Video “Schaltung richtig einstellen”.

 

Schaltung eingestellt – nun kann´s losgehen!

5. Bremsen:

Durch das hohe Gewicht und die Geschwindigkeit werden die Bremsen beim E-Bike besonders in Mitleidenschaft gezogen. Es lohnt sich also, vor der ersten Fahrt des Jahres einen Blick darauf zu werfen. Die Frage ist, ob die Bremsbeläge über genügend Scheibenstärke verfügen. Wenn nicht, musst du diese austauschen. Die Bremszüge dürfen zudem keinen Rost aufweisen und sie sollten sich noch in der Bremszughülle befinden. Hydraulische Bremsen müssen bei Bedarf nicht nur entlüftet, sondern auch mit DOT-Flüssigkeit befüllt werden. Zu guter Letzt kommen die Felgen dran. Hier gilt es darauf zu achten, dass sie nicht verfärbt sind, die Speichen müssen gespannt sein.

 

Mehr über quietschende Bremsen findest du hier.

6. Reifen:

Tatsächlich verhält es sich so, dass Reifen mit der Zeit an Luft verlieren. Der vielfach erwähnte Daumentest reicht nicht aus, um festzustellen, ob sie noch über genügend Luft verfügen. Stattdessen solltest du dich entweder einer Pumpe mit Manometer oder eines speziellen Druckmessgerätes bedienen. Die Reifen selbst dürfen weder rissig noch spröde sein und müssen über genügend Profil verfügen.

 

Foto: Jörg A.

9. Schrauben:

Alles muss festsitzen: Pedale, Schutzbleche, Gepäckträger, Sattel und Lenker. Ganz ungewollt lösen sich die Schrauben nämlich hin und wieder, sodass du sie wieder nachziehen musst. Aber Achtung: Sie dürfen weder zu locker noch zu stark sitzen. Bei zu lockeren Schrauben drohen die Teile abzufallen, bei zu stark befestigten Schrauben drohen sie abzubrechen. Wenn du schon dabei bist, die Schrauben anzuziehen, kannst du auch gleich die Federelemente überprüfen, ob sie noch richtig eingestellt sind.

10. Akku und Motor:

Der Akku hat leider die Angewohnheit sich selbst zu entleeren. Allerdings bekommt ihm die Leere nicht. Deshalb solltest du ihn während der Winterzeit hin und wieder aufladen. Das hilft, um den Akku instand zu halten. Wenn du dir aber nicht sicher bist, ob mit dem Akku alles ist Ordnung ist, kannst du ihn auf seine Leistungsfähigkeit überprüfen lassen. Außerdem solltest du die Steckverbindungen regelmäßig auf Korrosion überprüfen und diese gegebenenfalls mit einem Kontaktspray behandeln. Beim Motor gilt es, das Gehäuse auf Beschädigungen hin zu untersuchen. Bei Bedarf unbedingt eine Werkstatt aufsuchen.

 

Foto: Beme S.

11. Beleuchtung:

Hier geht es einfach darum, sicherzustellen, dass alle Lämpchen leuchten. Das Lampenglas sollte auf Risse und Sauberkeit hin überprüft werden. Zudem sollten alle Kabel richtig verbunden sein und möglichst keine Schäden aufweisen. Zuletzt gilt es die Reflektoren an den Speichen und den Pedalen zu prüfen oder anzubringen.

12. Software:

Auch hier solltest du darauf achten, dass alles funktioniert. Der Bordcomputer kann übrigens Auskunft über die Tauglichkeit des Akkus und des Motors geben. Nicht vergessen: Auch die Software muss hin und wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Auskunft darüber erteilt die Werkstatt.

13. Ausrüstung:

Zu guter Letzt solltest du deine eigene Ausrüstung überprüfen: Sitzt der Helm gut? Ist die Fahrradkleidung verschlissen? Wurden alle diese Fragen beantwortet, steht einer sicheren E-Bike-Tour nichts mehr im Weg und du und dein E-Bike seid fit für den Frühling.

 

Mehr zum Thema: Verschleißteile und passendem Service findest du hier.

 

Greenstorm wünscht dir viel Spaß und eine unfallfreie Fahrt. Hast du Fragen, dann melde dich bei uns!

 

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Foto. Babsi F. – fit für den Frühlinge

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