Bosch Fahrradcomputer

Ein E-Bike mit Bosch Antrieb besteht aus mehreren Komponenten, dessen Kommunikation untereinander unabdingbar für ein modernes und unbeschwertes Fahrerlebnis ist. Neben unterschiedlichen Motoren, den s. g. Drive Units und Akkus ist auch das Display bzw. Fahrradcomputer inkl. Kontrolleinheit ein wesentlicher Bestandteil dieser Komponenten.

 

Vor noch nicht allzu langer Zeit zeigten Fahrradcomputer auf ihren einfachen, meist kleinen schwarz-weißen LCD Displays die wichtigsten Informationen an. Hierzu zählten die Gesamt- und Tageskilometer, Geschwindigkeit, Uhrzeit etc.. Bosch Fahrradcomputer können und müssen die Fahrer und Fahrerinnen mit weit mehr Informationen versorgen. Außerdem dienen sie als Schnittstelle zum Smartphone, wodurch sich die E-Bike Komponenten mit den neuesten Updates versorgen kann und zusätzliche Features nutzbar werden.

 

In diesem Beitrag erläutern wir die Funktionsweise, Eigenschaften und wesentliche Unterschiede der von Bosch aktuellen und neuen, auf der Eurobike 2022 vorgestellten Fahrradcomputer.

Welche Bosch Fahrradcomputer gibt es?

Bosch bietet für unterschiedliche Fahrradtypen und Einsatzzwecke passende Fahrradcomputer an. Vom minimalistischen bis zum vollumfänglichen Bordcomputer stehen den E-Bike Interessierten eine ganze Reihe an Kombinationsmöglichkeiten aus Display, Steuerungseinheit und Software zur Auswahl.

 

Die Basis der Bosch Fahrradcomputer bilden vier Modellvarianten: Die beiden auf das wesentliche beschränkte Fahrradcomputer Purion und Intuvia sowie die Modelle Kiox und Nyon mit einem weitaus umfangreicheren Informationsdisplay.

 

Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit, das eigene Smartphone mithilfe der Bosch Smartphonehalterungen SmartphoneHub bzw. der neuen SmartphoneGrip zu benutzen. Diese werden in diesem Beitrag jedoch nicht weiter erläutert.

 

Wenn man im Besitz der eBike Connect App von Bosch ist, kann man das Kiox und das Nyon mit dem Smartphone synchronisieren und erhält überdies Updates für die E-Bike Komponenten. Das 2021 erschienene Kiox 300 lässt sich ebenfalls mit dem Smartphone koppeln. Es läuft bereits mit dem neuen smarten System und der dazugehörigen ebike Flow App von Bosch. Auf der Eurobike 2022 hat Bosch mit dem neuen minimalistische Intuvia 100 einen weiteren Fahrradcomputer, der mit dem smarten System arbeitet, vorgestellt.

 

Bevor wir in die Details der Fahrradcomputer gehen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Unterschiede der aktuell verwendeten Software bzw. E-Bike-Systemen von Bosch.

Bosch Burion

 

Die Bosch E-Bike-Systeme

Derzeit stehen je nach Modell zwei E-Bike-Systeme für die Fahrradcomputer zur Verfügung.

 

Zum einen bietet Bosch weiterhin das ältere eBike System 2 mit der dazugehörigen ebike Connect App an. Damit können die Fahrradcomputer Kiox und Nyon via Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt und Daten synchronisiert werden. Zusätzliche Features, wie z. B. Tourenplanung, Individualisierung von Fahrmodi, Speicherung der Trackingstatistik und das eBike Lock werden dadurch nutzbar. Ferner erhalten die Fahrradcomputer über die App regelmäßig Updates.

 

Des Weiteren führte Bosch 2021 die neue Generation seines E-Bike-Systems ein. Nun vernetzt „Das smarte System“ alle E-Bike Komponenten. Die Rede ist vom Motor (Drive Unit), Akku, Display, Bedieneinheit sowie die neuen zusätzlichen Komponenten eBike Lock und eBike ABS. Zusätzlich erhalten alle Komponenten automatisch Updates over-the-air über die zugehörige eBike Flow App. Während 2021 lediglich der Kiox 300 Fahrradcomputer mit dem smarten System arbeitete, vernetzt Bosch mit dem neuen Intuvia 100 einen weiteren Fahrradcomputer mit dem smarten System.

 

Bosch Purion Fahrradcomputer

Mit dem Purion Fahrradcomputer bietet Bosch ein schlankes und minimalistisches Display an, das sich auf die Ausgabe der wesentlichen Informationen beschränkt. Die Anzeige informiert über Ladezustand, Geschwindigkeit, Fahrmodus, Reichweite, Tageskilometer und Gesamtdistanz. Über die beiden Tasten am Fahrradcomputer wird der 1,8 Zoll Matrix-Display mit Hintergrundbeleuchtung gesteuert. Zudem können das Licht und die Schiebehilfe über die Tasten aktiviert werden.

 

Das spiegelfreie und gut abzulesende Display ist staub- und spritzwassergeschützt nach IP54.

 

Wer sich für den Purion Fahrradcomputer entscheidet, verzichtet auf smarte Funktionen. Das Purion lässt sich nicht mit dem eigenen Smartphone koppeln. Eine Micro USB-Schnittstelle dient lediglich dem Fachhändler zur Fehler-Diagnose am E-Bike.

Bosch Intuvia
Fahrradcomputer

Der Bosch Fahrradcomputer Intuvia ist ein großer und gut ablesbarer 2,8 Zoll Matrix-Display am Lenker. Über eine kabelgebundene Bedieneinheit kann das in der Lenkermitte platzierte Display bequem und sicher bedient werden, ohne die Hände vom Lenker nehmen zu müssen. Zum Funktionsumfang des Purions addiert sich die Anzeige durch die Uhrzeit, Fahrzeit und die Schaltempfehlung.

 

Außerdem lässt sich das Intuvia mit elektronischen Nabenschaltungen von Shimano, enviolo und Rohloff koppeln. Dann erscheint auf der Anzeige der aktuelle Gang. Die Gangwahl kann nach Belieben manuel oder automatisch angepasst an die Trittfrequenz erfolgen.

 

Des Weiteren lässt sich über eine USB-Schnittstelle des abnehmbaren Fahrradcomputers das eigene Smartphone oder andere elektrische Geräte laden.

Bosch Intuvia 100 Fahrradcomputer mit eBike Flow

Das Intuvia 100 ist der neueste Fahrradcomputer von Bosch und wird ab Herbst 2022 erhältlich sein. Mit dem Nachfolger des Intuvia Displays bietet Bosch den zweiten Fahrradcomputer im Portfolio mit dem neuen smarten System an.

 

Das neue 2,5 Zoll große Schwarz-weiß-Display besitz im Gegensatz zum Vorgänger keine eigenen Bedienelemente und machte einen deutlich schlankeren Eindruck. Via Bluetooth wird der Intuvia 100 Fahrradcomputer über die LED Remote oder Mini Remote bedient. Des Weiteren ist die neue Schiebehilfe mit Hill Hold Funktion nutzbar. Zu den bereits vorhandenen Unterstützungsstufen wurden die beiden neuen Fahrmodi Cargo und Auto hinzugefügt.

 

Während die angezeigten Parameter vorerst unverändert bleiben, lässt sich das neue Intuvia 100 nun auch mit dem Smartphone über eBike Flow App synchronisieren. Dadurch lassen sich Aktivitätsprotokolle auf dem Smartphone auswerten sowie viele weitere Features, wie z. B. Individualisierung der Fahrmodi und in Verbindung mit dem ConnectModule und eBike Lock die Alarmfunktion nutzen.

 

Eine Routennavigation ist wie auch beim Vorgängermodell nicht verfügbar. Die Stromversorgung des Displays wird über eine wechselbare Knopfbatterie gewährleistet.

Bosch Kiox Fahrradcomputer mit eBike Connect

Der Kiox Fahrradcomputer ist mit seinem 1,9-Zoll Farbdisplay ein relativ kompakter, jedoch smarter Bordcomputer. Der abnehmbare Kiox lässt sich individuell am Lenker montieren und über eine kabelgebundene Fernsteuerung vom Lenkergriff komfortabel bedienen. Vor Fahrtbeginn lassen sich die Seiten der Anzeige je nach eigenen Bedürfnissen individuell konfigurieren.

 

Für sportliche und ambitionierte Fahrer und Fahrerinnen kann der Kiox gekoppelt mit einem Pulsmesser die Herzfrequenz und viele weitere Gesundheitsdaten anzeigen und aufzeichnen.

 

Selbstverständlich lässt sich mit dem Kiox, wie auch mit dem Intuvia Fahrradcomputer gängige elektronische Nabenschaltungen im E-Bike integrieren. Mithilfe der eBike Connect App lässt sich der Fahrradcomputer mit dem eigenen Smartphone via Bluetooth koppeln. Dadurch lässt sich die Navigation der in der App oder im Online-Portal geplanten Route direkt auf dem Display des Fahrradcomputers anzeigen. Außerdem lassen sich aufgezeichnete Routen und Fitnessdaten mit Apps von Drittanbieter wie Strava, Apple-Health, Google Fit, komoot und Outdooractive synchronisieren.

 

Darüber hinaus erweitern das eBike Lock sowie regelmäßige Software-Updates den Umfang smarter Funktionen.

Bosch Kiox 300 Fahrradcomputer mit eBike Flow

Das Kiox 300 ist der Nachfolger des Kiox Fahrradcomputer. Das Display fällt mit 2 Zoll Bildschirmdiagonale nahezu unverändert aus. Durch den Wegfall der Tasten wirkt das neue Kiox 300 jedoch etwas schlanker und kompakter am Lenker. Das Kiox 300 besitzt keine eigenen Bedienelemente und keine interne Batterie, wodurch es lediglich als Informationsanzeige für die von der Kontrolleinheit verarbeiteten Daten dient. Dafür lässt sich das E-Bike auch recht minimalistisch ohne Display benutzen.

 

Die Bedienung erfolgt ausschließlich über die kabellose LED Remote oder neue Mini Remote am Lenkerende, da auch das Kiox 300, wie auch der Vorgänger keine Touchfunktion besitzt. Über dies kann die neue Schiebehilfe mit Hill Hold Funktion über die neuen Bedienelemente aktiviert werden. Das Kiox 300 verfügt außerdem über die drei neuen Unterstützungsstufen eMTB, Auto und Cargo.

 

Wer sich auf dem Interface des Vorgängers zurechtgefunden hat, wird sich aufgrund der lediglich minimalen Anpassung auch auf dem Kiox 300 schnell zurechtfinden. Vollständige Neuerung besteht in der Verwendung des smarten Systems, das mit der eBike Flow App auf dem Smartphone eingerichtet werden kann. Ebenfalls lassen sich die Trackingdaten über die eBike Flow App mit Drittanbieter Apps wie Strava, Apple-Health, Google Fit, komoot und Outdooractive synchronisieren.

 

Über die eBike Flow App lassen sich weitere Features, wie z. B. die Tourenplanung, Individualisierung von Fahrmodi, Trackingstatistik und das eBike Lock verwenden. Die Navigation einer zuvor geplanten Tour ist auf dem Kiox 300 aktuell noch nicht möglich, wird jedoch ab Herbst 2022 mit einem Update-over-the-air verfügbar sein.

Bosch Nyon Fahrradcomputer mit eBike Connect

Der Bosch Nyon ist ein All-in-one Fahrradcomputer. Das Interface des 3,2 Zoll große, hochauflösende Farbdisplays kann wie auch beim Kiox vollständig individuell angepasst werden. Anders als bei allen anderen Bosch Fahrradcomputer kann das Nyon neben der kabelgebundenen Fernsteuerung auch über das Touchdisplay gesteuert werden. Das Nyon besitzt ein vollständiges Navigationssystem, wie wir es vom Auto kennen. Der Funktionsumfang reicht von der Berechnung der CO2-Einsparmöglichkeit gegenüber dem Auto bis zur aktuellen Wettervorhersage. Alle Berechnungen werden direkt vom Onboard-Computer autonom durchgeführt.

 

Zusätzlich lässt sich der Nyon wie auch der Intuvia und Kiox Fahrradcomputer mit den gängigen elektronischen Nabenschaltungen im E-Bike integrieren. Auch der Status des neuen Bosch ABS-Systems wird auf dem Display des Nyons angezeigt.

 

Trotzt bereits vollständige Integration aller Bosch Smart Funktionen lässt sich das Nyon auch mit der eBike Connect App synchronisieren, um Daten übersichtlich am Smartphone bzw. am per WiFi auf dem Desktop-Computer auszuwerten oder die nächsten Touren zu planen.

 

Außerdem lassen sich aufgezeichnete Routen und Fitnessdaten mit Apps von Drittanbieter wie Strava, Apple Health, Google Fit, komoot und Outdooractive synchronisieren.

 

Nicht zu vergessen alle weiteren smarten Funktionen, die über die eBike Connect App nutzbar sind, wie die Individualisierung von Fahrmodi, eBike Lock (sobald der Nyon Fahrradcomputer entfernt wird) und regelmäßige Software-Updates over-the-air.

 

Das Nyon ist Staub- und Spritzwassergeschützt nach IPX5.

Zusammenfassung

Wie man feststellt, gilt es beim E-Bike Kauf neben der Auswahl des Motors und der Akkugröße auch die Wahl des Fahrradcomputers zu berücksichtigen. Da Bosch aktuell zwei Systeme parallel zu seinen Fahrradcomputern anbietet, ist ein genauerer Blick, wo die Reise mit dem eigenen E-Bike hingehen soll und welche Ansprüche es dabei gerecht werden muss, angebracht.

 

Grundsätzlich lassen sich Bosch Fahrradcomputer auf dem gleichen E-Bike umbauen bzw. aufrüsten. Dies gilt jedoch nur, solange es sich um das gleiche System handelt, mit dem die Fahrradcomputer sich mit dem Smartphone bzw. Computer koppeln lassen.

 

In Zukunft wird Bosch vermutlich weitere Fahrradcomputer auf das smarte System auslegen und den Umfang an neuen smarten Features erweitern. Das Bosch eBike System 2 mit der dazugehörigen App eBike Connect wird vermutlich weniger Weiterentwicklung erfahren.

 

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