E-Bike-Panne: ideales Werkzeug für unterwegs

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Du kennst das: du bist unterwegs, weit entfernt von jedem Werkzeugkasten, und plötzlich streikt das E-Bike. Platter Reifen, gerissene Kette, streikender Motor oder Akku – gerade bei anspruchsvollen Strecken im Gelände wird das Material ordentlich gefordert und kann unter Umständen schon mal zu Schaden gehen. Damit du mit der passenden mobilen Werkstatt für jede E-Bike-Panne gewappnet bist, fassen wir einmal zusammen, welche Utensilien unterwegs immer dabei sein sollten.

Checkliste für die mobile Werkstatt

o Multitool

o Innensechskantschlüssel

o Kettennieter

o Torx-Schlüssel

o Schlitz- und Kreuzschraubendreher

o evtl. Ring- und Maulschlüssel

o Reifenheber

o Luftpumpe

o Ersatzschlauch

o Reifenflicken (oder Reifen-Plug bei Tubeless-Reifen)

o Kettenschloss

o Schaltauge

o Speichenmagnet

o Evtl. Kettenöl

Mit diesen Utensilien bist du wirklich für alle Eventualitäten ausgerüstet. Auf deiner Halbtagestour im Gelände brauchst du vielleicht nicht alle dieser Gerätschaften, aber wenn du mal wirklich länger mit dem E-Bike unterwegs sein willst, etwa im Urlaub oder dergleichen, kannst du schon durchaus in die Situation kommen, wo du dich im Falle einer E-Bike-Panne ansonsten vielleicht verfluchen würdest.

Häufigste Pannen unterwegs

Bei einem E-Bike kommen durch die elektronischen Komponenten zwar zusätzliche Fehlerquellen hinzu, die häufigste (auch E-Bike-)Panne ist doch der platte Reifen. Dicht gefolgt von Radcomputer- und/oder Softwarefehlern, Gebrechen an Sensoren oder der Verkabelung. Diese sind noch relativ leicht zu beheben. Wenn sich allerdings hartnäckigere, tieferliegende Hardwarefehler in Akku oder Motor geschlichen haben, wirst du in manchen Fällen die Tour abbrechen müssen.

Typische E-Bike-Pannen: Wenn’s an der Elektronik mangelt

Häufige E-Bike-Pannen, die glücklicherweise auch leicht zu beheben sind, betreffen die Steckverbindungen, Kabel, etc. Ein gründlicher Blick über alle Kontakte und ob sie ordentlich verbunden sind, kann vieles bereits lösen. Prüfe sicherheitshalber als allererstes, ob die Steuereinheit richtig sitzt. War das die Fehlerquelle und du dokterst trotzdem ewig an anderen Stellen herum, ärgerst du dich nur am Ende.

E-Bike-Pannen am Akku vermeiden und beheben

Der Akku ist ein empfindliches Teil und er muss sachgemäß gehandhabt werden, um nicht auf halber Strecke zu versagen. Der Akku sollte nie vollständig entladen werden. Am besten bewegt sich seine Akkuladung immer zwischen 30 % und 70 %. Außerdem solltest du ihn stets bei Zimmertemperatur aufladen.

Gibt er mitten auf der Strecke den Geist auf, solltest du dich zuerst fragen, ob es sein kann, dass er leer gefahren ist. Wann wurde er zuletzt aufgeladen? Die Indikatorlampen am Akku selbst bzw. die Steuereinheit geben in der Regel Auskunft darüber. Wenn die Akkuladung nicht das Problem zu sein scheint, kannst du auch noch ein soft reset durchführen. Dazu musst du etwa 30 Sekunden lang auf den Einschaltknopf drücken.

Kann das System gar nicht erst eingeschalten werden, kann es auch sein, dass Akku und E-Bike keinen Kontakt haben. Auch das kannst du prüfen, sollte das System ganz ausgeknockt sein.

Fehlercodes und gröbere Fehler

Für die jeweiligen Antriebssysteme wurden bestimmte Fehlercodes eingerichtet, die Auskunft darüber geben, was das Problem ist, sollte ein systemisches Problem vorliegen. Scheint ein solcher Fehlercode am Display auf, kannst du entweder in der dazugehörigen App im Menüpunkt „Diagnose“ oder im Internet nachsehen, was der Code bedeutet, und hat somit die Diagnose schnell und unkompliziert bei der Hand.

Zeigt der Fehlercode ein Problem an, das nicht einfach schnell unterwegs gelöst werden kann, musst du wohl oder übel mit dem E-Bike zum Händler des Vertrauens. Du solltest auch möglichst nicht auf eigene Faust an der Elektronik herumschrauben, besonders dann nicht, wenn die Garantie noch gültig ist. Außerhalb der Garantie und mit entsprechendem Knowhow kannst du eventuell auch einen Blick in den Motor werfen.

Als erstes kannst du bei technischen Gebrechen einmal ausschalten, etwa eine Minute abwarten, um dem System Zeit zum Rebooten zu lassen und schließlich wieder einschalten. Danach sind kleinere Bugs in der Software oft schon behoben.

Wenn dir unterwegs der Reifen platzt …

Da haben wir ihn wieder: den Klassiker unter den E-Bike-Pannen. Meist ist vielleicht nicht unbedingt der geplatzte Reifen, sehr wohl aber der löchrige Schlauch Schuld am Platten und du bist froh, dass du das nötige Flickzeug doch noch mitgebracht hast. Um einen platten Reifen unterwegs zu reparieren brauchst du folgende Utensilien:

  • Reifenheber
  • Ersatzschlauch oder Flickzeug
  • Bei Tubeless-Reifen: Reifen-Plug
  • Luftpumpe

Um einen löchrigen Schlauch zu reparieren, lässt du als erstes die Luft noch weiter bzw. ganz raus, ehe du mit dem Reifenheber zwischen Felge und Reifen fahren kannst, um ihn aus der Felge zu heben, rund um die Felge zu fahren und eine Seite des Reifens ganz aus der Felge zu holen. Dann kannst du den Schlauch herausnehmen und den Ersatzschlauch einsetzen.

Oder aber du flickst den kaputten Schlauch. Dazu musst du ihn erst leicht aufpumpen, um zu sehen, wo das Loch ist. Anschließend raust du die Stelle mit dem beigelegten Schmirgelpapier leicht auf, ehe du die Vulkanisierung aufträgst und diese leicht antrocknen lässt. Anschließend kannst du den Flicken draufkleben, fest andrücken und trocknen lassen. Am besten folgst du beim Flicken des Schlauchs einfach der Anleitung des jeweiligen Flickzeugs.

Zum wieder Einsetzen des Schlauchs pumpst du ihn wieder leicht auf und setzt ihn in den Reifen ein. Dann kannst du auch schon den zweiten Rand des Reifens wieder in die Felge setzen. Das kann etwas knifflig sein, aber am besten setzt du an einer Seite an, versuchst den Rand gen Mitte der Felge zu drücken und das letzte Stück drückst du beidhändig gegen den Rand der Felge, damit es auch hineinrutschen kann.

Kette am E-Bike gerissen: Was tun?

e-bike-schlauch-flicken

Eine weitere übliche Panne, auch für normale Fahrradfahrer, ist die gerissene Kette. Dabei schafft ein Kettenschloss Abhilfe, wobei es sich um ein zusätzliches Kettenglied handelt, das anstelle des gerissenen Gliedes eingesetzt werden kann. Mithilfe des Kettennieters, der im besten Fall im Multitool enthalten ist, entfernst du das defekte Glied und setzt das Kettenschloss in richtiger Laufrichtung (!) ein. Anschließend gegebenenfalls noch die Kettenlänge und -spannung überprüfen und es kann schon wieder weitergehen.

Schaltauge verbogen oder gar gebrochen?

Auch das Schaltauge gehört zu den strapaziertesten und fragilsten Teilen am E-Bike. Durch Sturz, Steinkontakt oder einfach Verschleiß kann es verbiegen oder gar brechen. Ist das der Fall, rattert das Pedelec, die Gänge lassen sich nicht mehr umschalten und die Kette springt. Ein Ersatzschaltauge inkl. Multitool mitzuführen hilft in diesen Fällen aus und du kannst das alte Schaltauge (bzw. seine Reste) entfernen und das neue mit den Inbusschrauben montieren.

Der Speichenmagnet ist plötzlich futsch …

Wird dir keine Geschwindigkeit mehr angezeigt und weiß der Motor nicht so recht, wie er agieren soll? Prüfe in solchen Fällen erstmal den Speichenmagneten. Er bewegt sich bei jeder Radumdrehung an einem Sensor vorbei und schickt allerlei Daten an die Steuereinheit. Ist er verloren gegangen oder verrutscht, bleiben diese Daten aus und das System funktioniert nicht mehr richtig.

Ist er nur verrutscht, hast du das Problem mit einem Handgriff behoben. Hast du ihn allerdings auf der Strecke verloren, wünschen wir viel Erfolg beim Wiederfinden. Das kannst du so gut wie vergessen. Besser ist es, einfach einen Ersatzspeichenmagneten mitzuführen und diesen bei Bedarf einfach auf der Speiche an der passenden Stelle auf Höhe des Sensors zu montieren.

Wenn gar nichts mehr geht: Pannenhilfe von ADFC oder ÖAMTC

Bist du mit deinem Latein am Ende und hast du ein Problem entdeckt, das du unmöglich auf der Strecke selbst lösen kannst, dann helfen dir immerhin noch die Pannenhilfen vom ADFC und vom ÖAMTC. Sie sind zur Stelle, wenn du mit unlösbaren E-Bike-Pannen auf der Strecke festsitzt und auch ein noch so gutes Multitool nichts mehr ausrichten kann.

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