Greenstorm Radgeber: E-Bike für Kinder: Altersbeschränkungen & worauf es sonst noch ankommt

E-Bike für Kinder: Altersbeschränkungen & worauf es sonst noch ankommt

kinder e-bike

Bei der Überlegung, ob E-Bikes auch für Kinder geeignet sein sollen, handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert. Einerseits spricht bestimmt nichts dagegen, Kinder zur Bewegung an der frischen Luft zu animieren, andererseits sollten sie sich eben auch selbst bewegen. Ganz abgesehen davon, dass die Sprösslinge womöglich mit dem Pedelec fahren überfordert werden? Diese Fragen stehen im Raum und sollen durch folgenden Beitrag beantwortet werden.

Dürfen / sollen Kinder überhaupt E-Bike fahren?

Der Vorteil der Pedelecs und E-Bikes gegenüber den normalen Fahrrädern ist der Anreiz, den die Motorunterstützung bietet. Es ist spannender, schneller, weniger Plagerei und demnach weniger Überwindung sich auf das Rad zu schwingen, wenn einem gerade bei anstrengenderen Passagen sonst die Luft ausgehen würde. Das trifft sowohl auf Erwachsene, als auch auf Kinder zu.

Dass Kinder durch E-Bikes zum Sport motiviert werden können, steht also außer Frage. Bei gemeinsamen Familienausflügen, wo es durch gebirgiges Gelände geht, wo die Eltern locker den genügenden Zug aufbringen oder ohnehin auch selbst mit dem E-Bike fahren, ergibt es durchaus Sinn, auch die Kleineren damit auszustatten. Im Alltag, wo es vielleicht ohnehin keine Höhenmeter zurückzulegen gibt, kann die Motorunterstützung getrost weggelassen werden.

Gesetzliche Bestimmungen

Wie sieht es allerdings von Seiten des Gesetzgebers aus? E-Bikes unter einer maximalen Motorunterstützung von 25 km/h gelten als normale Fahrräder. Kinder unter 12 Jahren dürfen nur unter Aufsicht einer Person über 16 Jahren mit dem Rad fahren. Ob mit eingebautem Antrieb (innerhalb der Richtlinien) oder ohne spielt keine Rolle.

Kinder über 12 Jahren dürfen also uneingeschränkt auf im Straßenverkehr und auf Radwegen fahren, sofern das Pedelec so ausgestattet ist, dass es als normales Rad gilt. Kinder, die erst das 10. Lebensjahr vollendet haben, dürfen allein mit dem Rad ausfahren, wenn sie eine behördliche Bewilligung bekommen haben. Mancherorts wird dieser Radfahrausweis im Rahmen einer Fahrradprüfung erlangt.

E-Bikes für Kinder: Ab welchem Alter?

Stellt sich nur noch die Frage, ab welchem Alter E-Bikes wirklich für Kinder geeignet sind. Eltern ist in der Regel sehr bewusst, dass manche Kinder eher für dies oder jenes geeignet sind. So ist das auch beim E-Bike. Motorik, Körperbeherrschung und genereller Bewegungsdrang und -fähigkeiten sind ausschlaggebend dafür, ob ein Kind Freude am Pedelec fahren haben wird, oder nicht.

Altersbeschränkung bei Kinder-Elektrobikes

Ganz prinzipiell nennen viele das vollendete 10. Lebensjahr als einen guten Richtwert, falls man sich bei der Entscheidung als Eltern unsicher ist. Um ein E-Bike im Straßenverkehr zu lenken, besonders in der Stadt, sollte der Nachwuchs eher schon im Teenageralter sein. Die schnelle Variante der E-Bikes – die S-Pedelecs, die bis 45 km/h Motorunterstützung leisten – dürfen ohnehin erst ab dem vollendeten 16. Lebensjahr gefahren werden.

Es sei an dieser Stelle allerdings nochmals betont, dass es dabei auf jedes Kind individuell ankommt. Auf die körperlichen Fähigkeiten und die generelle Verfassung, sowie auch auf die Körpergröße und das potentielle Einsatzgebiet. Werden ohnehin nur kurze Strecken in ebenem Gelände oder in der Stadt zurückgelegt, ist ein Antrieb beim Fahrrad eher nicht notwendig.

Problem Geschwindigkeit: Schnelligkeit von Kinder-Pedelecs

Neben der angeblich fehlenden körperlichen Bewegung ist der zweite Einwand gegen E-Bikes für Kinder häufig die Geschwindigkeit. Die Pedelecs seien zu schnell für das Kind, was es potentiell überfordern könnte. Das mag unter Umständen sogar zutreffen, wenn zu viel Motorunterstützung gegeben ist, allerdings sind die meisten Modelle ab Werk auf eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h (statt 25 km/h wie bei den Erwachsenenrädern) gedrosselt.

Diese setzt auch nur dann ein, wenn auch getreten wird und kann weiter gedrosselt werden (siehe variable Unterstützungsgrade). Abgesehen davon erreichen Kinder auch aus eigener Muskelkraft 20 km/h Geschwindigkeit, sofern es nicht gerade bergauf geht. Beim Handling kommt es schließlich auch auf das Kind an. Wie sicher fühlt es sich generell auf einem Fahrrad, wie stabil kann es die Spur halten und das Rad manövrieren?

Elektrische Lösung für zu junge Kinder

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Sind die Kinder effektiv zu jung, um auf einem eigenen Rad zu sitzen, egal ob motorisiert oder nicht, bieten sich ebenfalls elektrisierte Lösungen an. Viele Eltern setzen auf die herkömmlichen Fahrradsitze, auf Anhänger oder Lastenräder. Letzteres suggeriert bereits mit seiner Bezeichnung, dass das nicht unbedingt die unanstrengendste Art ist, Rad zu fahren.

Daher bieten sich für Eltern, die auf das Familienauto im Alltag und in der Freizeit verzichten möchten, ein E-Bike an. Die Kinder werden damit schneller, stressfreier und unangestrengter von A nach B gebracht oder auf den Sonntagsausflug mitgenommen. Außerdem haben in den Anhängern noch alle zusätzlichen Utensilien Platz, die man als Familie eben so braucht.

E-Bikes, die für Kinder erlaubt und geeignet sind

Zusammengefasst sind alle E-Bikes für Kinder erlaubt, die keine S-Pedelecs sind, also nur bis 25 km/h Motorunterstützung leisten. Das trifft auf den Großteil der Modelle zu. Soweit die gesetzliche Erlaubnis. Ob diese Modelle allerdings für Kinder auch geeignet sind, ist eine ganz andere Baustelle. Wir sehen uns in aller Kürze an, wodurch sich ein Kinder-E-Bike auszeichnen sollte.

Wichtig: leichte E-Bikes für Kinder

Das Problem bei E-Bikes ist ganz oft ihr Gewicht. Gewöhnliche Modelle kommen selten unter 20 kg, was für Kinder selbstverständlich viel zu schwer ist. Wenn sie sich abmühen müssen, um ein hingelegtes Fahrrad wieder aufstellen zu können, macht das in den seltensten Fällen Spaß. Außerdem kann ein zu großes Gewicht die Steuerung beeinträchtigen.

Will man für die Tochter oder den Sohn also ein E-Bike anschaffen, sollte man definitiv darauf achten, dass es nicht zu schwer ist. Das hängt wiederum mit den folgenden beiden Punkten zusammen, denn gerade die Antriebsart und auch die Reifengröße beeinflussen das Gewicht des E-Bikes.

400 Wh reichen vollkommen

Um das Gewicht (und auch die Kosten) eher gering zu halten, hält man besser vom 500 Wh- oder gar 600 Wh-Akku Abstand. Diese sind zu groß, zu üppig und schwer und darüber hinaus auch noch sehr teuer. Außerdem sind so hohe Leistungen meistens auch gar nicht notwendig, vor allem, wenn man die Motorunterstützung eher im geringeren Bereich halten möchte.

Was den Motor betrifft, stößt man ohnehin meistens auf Standardleistungen im Bereich von 250 Watt. Beim Drehmoment kann man dagegen locker auf einiges verzichten. Etwa 40 Nm reichen hier völlig.

Reifengröße: 20 Zoll oder 24 Zoll?

Bei der richtigen Reifengröße kommt es vor allem auf die Körpergröße des Kindes an. Die meisten Kinderfahrräder sind an eher ältere also in der Regel auch größere Kinder adressiert, wodurch man vorwiegend Reifen mit 24 Zoll Durchmesser findet. Sie eignen sich, in Kombination mit der passenden Rahmengeometrie, für Kinder mit einer Größe von 135 cm und drüber.

Für kleinere Kinder und deren E-Bikes tut es auch ein Reifendurchmesser von 20 Zoll. Es gibt kaum Pedelecs, die mit Reifen unter 20 Zoll ausgestattet sind, da sich so junge Kinder in der Regel nicht auf elektronisch betriebenen Fahrrädern wohl fühlen werden.

Kinder-E-Bike gebraucht kaufen

Weiteres Contra, wenn es darum geht, ein E-Bike zu kaufen, ist immer der Preis. Die Pedelecs sind um ein Vielfaches teurer – das gilt umso mehr bei den Kindereditionen. Während ein normales Rad für Kinder auf etwa EUR 300,- kommt, legt man für die elektrische Variante bis zu das 10-fache hin. Das ist vielen vor allem deshalb zu teuer, weil Kinder innerhalb weniger Jahre über das E-Bike hinauswachsen werden.

Eine Möglichkeit wäre, besonders auf Qualität zu achten und davon zu profitieren, dass auch der Wiederverkaufswert eines E-Bikes nicht zu unterschätzen ist. Oder man verlässt sich von vorn herein auf den Wiederverkauf und ersteht das Kinder-E-Bike gebraucht. Mittlerweile etabliert sich nämlich auch schon ein respektabler Markt für gebrauchte E-Bikes, wobei der für die Kindermodelle vielleicht noch ein wenig dünn ausfällt.

Fazit: So bekommt man die ganze Familie aufs Rad

E-Bikes sind vor allem dann praktisch, wenn man gemeinsam Strecken bezwingen möchte, die man sonst nicht schaffen würde. Vor allem, wenn es ins Gebirge gehen soll, manche Familienmitglieder bessere Kondition haben als andere, gleichen Motor und Akku die Kapazitäten aus, sodass alle Familienmitglieder Spaß haben. E-Bikes sind prinzipiell ein guter Anreiz, Sport zu machen und ein gutes Trainingsgerät. Schließlich kann man, wenn man möchte, die Unterstützung auch minimieren oder nur zum Aufsteigen verwenden.


Titelbild © ARochau – stock.adobe.com
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