Greenstorm Radgeber: E-Bike im Winter: So können Sie Ihr E-Bike auch in der kalten Jahreszeit nutzen

E-Bike im Winter: So können Sie Ihr E-Bike auch in der kalten Jahreszeit nutzen

e-bike im winter

Wenn sich ab Dezember Schnee und Eis die Klinke in die Hand geben ist das E-Bike fahren eine eher unangenehme Angelegenheit. Gar so kalt ist es in der kalten Jahreszeit zwar vielerorts nicht, aber das macht Fahrrad zu fahren im Winter nicht unbedingt angenehmer.

Prinzipiell hat man dann als E-Bike-Fahrer zwei Möglichkeiten: E-Bike stehen lassen oder weiterfahren. Es besteht bei beidem keinerlei Risiko, solange man einige kleine Ratschläge beherzigt, die das Rad und den Antrieb, vor allem den Akku, schonen.

E-Bike im Winter nutzen

Prinzipiell ist das E-Bikefahren im Winter ja durchaus sinnvoll. Im Vergleich zum Fahren auf einem unmotorisierten Fahrrad stellt sich nicht so schnell Anstrengung ein, man schwitzt nicht so viel, was bedeutet, dass man sich nicht so schnell verkühlt bzw. nicht sofort auskühlt, wenn man vom Fahrrad steigt.

Außerdem sind keinerlei technischen Änderungen nötig. Immerhin beschränkt sich der Winter mit wirklich erschwerten Fahrbedingungen auf wenige Tage bis Wochen. Sollten es die Umstände tatsächlich verlangen, können auch die Reifen mit gröberen Profilen gewählt werden. Spikereifen sind nur auf durchgehender Schneefahrbahn oder Glatteis zu empfehlen.

Regelmäßige E-Fahrradpflege im Winter

Dafür wird im Winter der Pflegeaufwand für das E-Bike höher. Während sich in den warmen Monaten die Einflüsse von außen auf etwas Staub, Wasser und eventuell Schlammspritzer beschränken, ist das Bike im Winter höheren Witterungsbelastungen ausgesetzt. Wichtig ist dabei immer, dass das Elektrofahrrad nach der Ausfahrt an seinem Stellplatz ordentlich trockenen kann.

Ein möglicher Abstellplatz für das E-Fahrrad wäre unter einem Vordach, eventuell mit einem zusätzlichen Regenüberzug. Dort kommt genügend Luft zum Rad, um es zu trocknen. Die Garage ist unter Umständen ein nur suboptimaler Platz. Steht das Auto direkt daneben, kann dieses nämlich Kondenswasser abgeben, was den Trocknungsprozess des Rades verhindert.

Außerdem sollte man die Kette öfters, genauer gesagt mehrmals die Woche, ölen und das Fahrrad grundsätzlich häufiger reinigen. Dazu reichen Schwamm, etwas Seife und Wasser. Auf keinen Fall sollte das Rad mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet werden, denn dabei kann das Wasser in die Elektronik gelangen. Ein Schwall Wasser aus der Gießkanne oder dem Gartenschlauch ist kein Problem, solange das E-Bike wiederum ordentlich trocknen kann.

E-Bike-Lagerung im Winter

Entscheidet man sich dagegen dafür, dass man das Rad doch in den Winterschlaf schickt, sollte man ebenfalls einige Dinge beachten. Es sollte geputzt, geschmiert und getrocknet sein, bevor eine Abdeckplane darüber kommt, um es vor Staub zu schützen. An einem trockenen Platz (fern vom Auto in der Garage, wie gesagt) kann das E-Bike dann stehen bleiben, bis die Temperaturen das Fahrradfahren wieder angenehmer gestalten.

Beim Elektrofahrrad besonders zu beachten ist, dass der Akku unbedingt getrennt vom Fahrrad aufbewahrt werden muss, da er sich sonst entlädt. Wo und wie man diesen am besten aufbewahrt und was es sonst im Winter beim E-Bikeakku zu beachten gibt, behandelt das folgende Kapitel.

e-bike-akku-im-winter-lagern

Akkupflege bei Frost und Kälte

Der Knackpunkt beim E-Bikefahren im Winter ist definitiv der Akku. Bei niedrigen Temperaturen kann dieser nämlich Schaden nehmen, wenn nicht einige Vorkehrungen getroffen werden, um ihn zu schützen. Die Akkuzellen fühlen sich generell bei einer Temperatur von etwa 10°C aufwärts am wohlsten. Ab 5°C abwärts sollte man bereits etwas aufpassen, allerdings hält der E-Bikeakku bei richtiger Pflege auch bis -10°C aus.

Was passiert bei niedrigen Temperaturen im Akku? Die Akkuzellen sind von einer dünnen Folie umwickelt, die, wenn sie erkältet, hart und spröde wird. Beim Betrieb des Akkus erwärmen sich aber die Zellen und durch diesen Temperaturunterschied kann die Folie reißen und die Zelle kaputt werden. Ergo: wird die Folie gar nicht erst kalt, kann dem Akku so gut wie nichts passieren.

Bei Minusgraden E-Fahrrad fahren: So schützt man den Akku

Damit der Akku die frostigen Temperaturen übersteht, sollte er möglichst vor ihnen bewahrt werden. Er sollte also nie unbetrieben draußen gelassen werden, sondern nach dem Absteigen vom Rad mit hinein ins Warme genommen werden. So wird die Folie gar nicht erst kalt und springt nicht so leicht.

Ist er einmal tatsächlich kühl geworden, sollte er vor dem neuerlichen Auf- oder Entladen lange temperiert werden. Bevor er also ans Ladegerät oder wieder ans E-Bike angeschlossen wird, sollte der Akku bereits einige Zeit lang im Innenraum verbracht haben, damit auch die inneren Zellen entfrostet wurden.

Beim Fahren selbst sollte man darauf achten, dass der Akku warmgehalten wird. Besonders sparsam oder gar ohne Motorunterstützung zu fahren bringt leider wenig bis gar nichts, da der selbstwärmende Effekt der Lithium-Ionen-Zellen dann nicht greifen kann. Der vom Innenraum noch warme Akku bleibt also durch seine unterstützende Funktion warm. Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, den Akku gar nicht anzuschließen und ohne Motorunterstützung zu fahren.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die Leistung aufgrund der Temperaturen so oder so zurückgeht. Leistet der Akku also nicht mehr die gewohnte Reichweite, ist das kein Grund zur Sorge und verlangt keine Reparatur. Sobald die Temperaturen wieder gemäßigter werden, kommt auch die Akkuleistung wieder zurück.

E-Bike-Akku im Winter lagern: Lagerort und Ladezustand

Kurz und bündig ist für den E-Bikeakku im Winter wichtig, dass er trocken, frostfrei (zwischen 10°C und 20°C) und halb- bis vollgeladen gelagert wird. Da der Akku über ein sogenanntes Batteriemanagementsystem verfügt, das für seinen Betrieb stetig etwas Strom aus den Lithium-Ionen-Zellen zieht, entlädt sich der Akku langsam. Damit sich der Akku nicht tiefenentlädt und zu Schaden kommt, braucht er vor der Lagerung einen Akkustand von mindestens 50%(besser mehr).

Schutzhülle für den Akku

Wenn man möchte, kann sich man für den Akku einen speziellen Überzug aus Neopren zulegen. Dieser verstärkt den selbstwärmenden Effekt und schützt den Akku zusätzlich vor Frost. Dieser Überzug ist prinzipiell nicht unbedingt nötig, es sei denn, es gibt keine Möglichkeit, den Akku tagsüber mit ins Warmezu nehmen. Außerdem wird durch ihn die Reichweite bei kalten Temperaturen etwas erhöht.

E-biken im Regen stehen lassen

Dem E-Bike bzw. der Antriebseinheit macht Wasser prinzipiell nichts aus, solange es nur Regen und Spritzwasser sind. Ins Wasser tauchen hält der Akku dagegen nicht so gut aus, weswegen man einen Kontakt mit tiefen Pfützen vermeiden sollte. Ist er vermehrt (Salz-)Wasser und normalem Regenausgesetzt, schadet es bestimmt nicht, häufiger die Kontakte zu reinigen und mit Polfett einzuschmieren.

Abschließend lässt sich sagen, dass ein E-Bike wahrscheinlich mehr aushält, als man von ihm vermuten würde. Spritzwasser und Kälte steckt das Fahrrad und sein Akku besser weg, als man denkt. Das Fahren im Winter mit dem Elektrofahrrad ist also kein Problem und mit ein bisschen Extrapflege ist das Pedelec auch im Frühjahr noch wie neu.


Titelbild © Angela – stock.adobe.com
Bild © Angela – stock.adobe.com