Greenstorm Radgeber: E-Bike im Regen stehen lassen: Geht das?

E-Bike im Regen stehen lassen: Geht das?

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Passionierte E-Bike-Fahrer schrecken oft selbst vor nasskaltem Wetter nicht zurück, wenn es daran geht, sich aufs Rad zu schwingen. Prinzipiell spricht ja auch nichts dagegen, bei Regen Fahrrad zu fahren. Doch wie kommt das elektrische Gefährt dabei mit der Nässe zurecht? In diesem Ratgeber klären wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema „E-Bike und Regen“, wie etwa, ob man mit dem E-Bike überhaupt im Regen fahren darf und inwiefern es Sinn macht, das E-Bike im Regen stehen zu lassen.

Kann man mit einem E-Bike im Regen fahren?

Man ist gerade zur Fahrradtour aufgebrochen, doch plötzlich bilden sich dunkle Wolken am Himmel und es beginnt zu tröpfeln. Die geplante Tour wird dann meist nur äußerst ungern abgebrochen. Doch darf man mit einem E-Bike überhaupt im Regen fahren?

Die kurze Antwort lautet: Ja! Denn das E-Bike ist schließlich dafür ausgelegt, dass es auch bei Regenwetter genutzt werden kann. Die Elektronik ist fix verbaut und so vor Regen und Spritzwasser geschützt. Wenn die Witterungsbedingungen also nicht zu extrem sind, können Sie selbst bei nassem Wetter eine Runde mit dem E-Bike drehen, denn es kommt bestimmt damit klar!

Aber denken Sie immer daran: Ein E-Bike ist kein U-Boot! Im Wasser untergetaucht sollte das Bike nämlich nicht werden. Meiden Sie daher tiefe Pfützen, bei denen die Elektronik unter Wasser stehen könnte, damit der Motor nicht zu Schaden kommt. Gerade bei nassen Verhältnissen ist beim Fahren außerdem besondere Vorsicht geboten. Daher sollten vorher auf jeden Fall Bremsen, Beleuchtung und Antrieb gründlichüberprüft werden.

Darf ein E-Bike im Regen stehen?

Wenn das E-Bike zu Hause oder während der Arbeit im Freien steht, kann es schon einmal passieren, dass es von einem plötzlichen Regenschauer überrascht wird. Ist so etwas problematisch? Nun, prinzipiell sind E-Bikes zwar wasserresistent, jedoch nicht wasserfest! Der Unterschied ist folgender: Wasserfest bedeutet, dass kein Wasser in die Elektronik hinein oder hinaus kommt, wasserresistent heißt hingegen, dass Wasser nur sehr schwer eindringen kann – doch Garantie für die Dichte gibt es keine!

Wenn das elektronische Fahrrad also einmal Feuchtigkeit ausgesetzt ist, ist das nicht das Ende der Welt. So wie die meisten elektronischen Geräte halten E-Bikes Regenwetter zumindest eine gewisse Zeit lang aus. Doch zur Gewohnheit sollte das lieber nicht werden. Steht das E-Bike nämlich gleich mehrere Tage im Regen, kann es passieren, dass das Wasser zur Elektronik durchsickert. Zudem beginnt die Kette möglicherweise zu rosten, wenn sie auf längere Zeit Niederschlägen ausgesetzt ist. Kurzum: Gelegentlich ist Niederschlag kein Problem, doch auf Dauer sollte das E-Bike nicht im Regen stehen!

Woher weiß ich, ob mein E-Bike gegen Regen geschützt ist?

Natürlich ist es schwierig, allgemeine Angaben über die Resistenz eines E-Bikes zu machen, weil jedes Modell dabei ein wenig anders ist. Ein guter Tipp ist daher, immer einen Blick auf den IP-Code des Bikes zu werfen. Die IP-Schutzklassen werden für elektrische Geräte vergeben und geben an, inwiefern sie gegen verschiedene Umwelteinflüsse geschützt sind.

Die Schutzklasse besteht aus einer zweistelligen Zahl, wobei die erste Ziffer den Schutz gegen Fremdkörper und Berührung angibt, die zweite Ziffer den Schutz gegen Wasser. Je höher die jeweilige Zahl ist, desto höher ist auch der Schutz. Für E-Bikes und Regen sind dabei erst einmal folgende Angaben relevant:

  • IPX4: Schutz gegen Spritzwasser
  • IPX5: Schutz gegen Strahlwasser aus allen Winkeln
  • IPX6: Schutz gegen starkes Strahlwasser.

Vor einer ausgiebigen Radtour bei Regen lohnt es sich also nachzusehen, welche Schutzklasse das E-Bike hat. In den allermeisten Fällen beträgt die Schutzklasse von E-Bikes IP 54. Das bedeutet, dass das Rad gegen Staub und Berührung sowie gegen Spritzwasser geschützt ist.

E-Bike vor Regen schützen: nützliche Maßnahmen

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Damit E-Bikes vor Regen und Schnee möglichst geschützt sind, sollten sie auf Dauer an einem möglichst trockenen Abstellplatz untergebracht werden. Geben Sie dem Fahrrad also ein sicheres Dach über den Kopf, am besten in einem Innenraum. Wichtig ist dabei jedoch, dass beim Stellplatz genug Luftzirkulation herrscht. Ansonsten bildet sich Stauwasser, sodass das Fahrrad ebenfalls von einer konstanten Feuchtigkeit umgeben ist.

Wenn es keine andere Möglichkeit gibt als das E-Bike im Freien unterzubringen, kann es mit ein paar Maßnahmen ebenfalls ein wenig vor Nässe abgeschirmt werden. Es lohnt sich, sich für diesen Fall eine wasserdichte Abdeckung fürs Fahrrad zuzulegen, mit der das Bike geschützt wird. Zur Not tut es eine großflächige Plastikplane ebenso.

Was tun, wenn der E-Bike-Akku nass geworden ist?

An und für sich ist der Akku des E-Bikes so ausgerichtet, dass keine Nässe an ihn herankommt. Für Fahrer selbst ist es jedoch meist schwierig festzustellen, ob tatsächlich Wasser in den Akku eingedrungen ist. Denn so etwas kann nur ein Fachhändler genau überprüfen. Falls Sie den Verdacht hegen, dass der Akku etwas abbekommen hat, sollten Sie das E-Bike daher im Zweifelsfall lieber zum Service geben.

Damit der Akku lange erhalten bleibt, ist es generell ratsam, immer auf die richtige Handhabung zu achten. Das heißt: Selbst, wenn man nur kurz im Regen war – es lohnt sich, vorsichtshalber danach den Akku abzunehmen und mit einem Handtuch zu trocknen. Passen Sie außerdem auf, dass bei der Reinigung keine Feuchtigkeit an den Akku kommt. Auch die Kette sollte nach einer Regenpartie immer gut abgetrocknet und regelmäßig gereinigt werden. So kann schädlichen Umwelteinflüssen zumindest ein wenig entgegengewirkt werden.

Kann man das E-Bike bei Regen transportieren?

Will man das E-Bike transportieren und zum Beispiel in den Urlaub mitnehmen, kann man sich das Wetter dafür natürlich nicht aussuchen. Wenn daher das E-Bike bei Regen transportiert werden soll, gilt wieder dasselbe Prinzip: Einmal ist keinmal, aber zu häufig sollte es nicht vorkommen.

Zur Sicherheit empfehlen wir, das Fahrrad abzudecken. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie etwa eine spezielle Schutzhülle für den Fahrradträger, die hier zum Einsatz kommen kann. So wird der Motor beim Transport vor Wettereinflüssen, Schmutz und Staub geschützt.

E-Bike im Regen fahren: wertvolle Tipps

Wer Niederschlägen trotzen und sich einmal bei Nässe mit dem E-Bike nach draußen wagen will, dem sei gesagt: Es heißt aufpassen! Denn selbst erfahrene E-Bike-Fahrer werden einsehen, dass das Fahren bei Regen einfach eine Spur gefährlicher ist. Für den Fall, dass Sie das trotzdem nicht abhält, haben wir hier noch ein paar nützliche Tipps zusammengefasst:

  • Bei Regenwetter gilt, auf jeden Fall etwas langsamer zu fahren und nicht zu sehr in die Kurven lehnen.
  • Fahren Sie nicht mit der höchsten Unterstützungsstufe an! Stattdessen sollten Sie erst einmal in geringerer Fahrstufe losfahren, um nicht auszurutschen.
  • Ruckartige Lenkbewegungen gilt es zu vermeiden, denn sonst besteht die Gefahr zu stürzen.
  • Mit dem Bremsen sollte möglichst früh begonnen werden und es sollte nicht ruckartig geschehen, damit nicht die Räder plötzlich blockieren. Denn hier besteht ebenfalls Sturzgefahr!
  • Wenn es wirklich rutschig ist, sollte generell etwas sparsam gebremst werden. Lassen Sie das Rad lieber ausrollen und fahren Sie in gerader Spur, bis Sie wieder auf sicherem Untergrund sind.
  • Und zum Schluss: wasserfeste Kleidung nicht vergessen!

Es spricht also nichts dagegen, ab und zu bei nasskaltem Wetter zu fahren. Zudem ist es nicht weiter schlimm, das E-Bike hin und wieder im Regen stehen zu lassen. Doch wie bei so vielem kommt es auch hier wieder auf das Maß an, denn wie bereits erwähnt: E-Bikes sind nur wasserresistent, nicht wasserdicht. Daher gilt: Ab und zu verträgt das E-Bike eine Regendusche, doch auf Dauer sollte es nicht dem Regen ausgesetzt sein.


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