Greenstorm Radgeber: E-Bike fahren lernen: Akku unterwegs laden und andere Tipps

E-Bike fahren lernen: Akku unterwegs laden und andere Tipps

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Um mit dem E-Bike richtig und sicher zu fahren, sollte man sich vor der ersten Tour einige Verhaltensweisen verinnerlichen. Diese können nicht nur Stürze verhindern, sondern auch andere Pannen wie einen leeren Akku vorbeugen. Sie möchten wissen, wie Sie Ihren E-Bike-Akku unterwegs laden können und welche Tipps und Tricks noch hilfreich im Umgang mit dem elektrischen Fahrrad sind? Diese Fragen beantworten wir Ihnen in unserem Ratgeber.

Sicherheit geht vor: Theorie, Equipment, Einstellungen

Bevor überhaupt daran gedacht wird, mit dem neuen E-Bike einige Runden zu drehen, muss ein Sicherheits-Check erfolgen. Beim Kauf von E-Bikes beim seriösen Anbieter wird die makellose Qualität des E-Bikes und eine Überprüfung des Zustandes selbstverständlich sein.

Theoretisches Wissen über Akku, E-Bike laden und Routenplanung kann hilfreich sein, um für die erste längere Fahrt mit dem neuen Pedelec perfekt vorbereitet zu sein. So können unliebsame Überraschungen oder Pannen umgangen werden:

Theoretische Vorbereitung: Wo kann man das E-Bike unterwegs laden?

Zur theoretischen Vorbereitung gehört zum einen ein Blick in die Bedienungsanleitung Ihres E-Bikes und zum anderen die Vorbereitung der Route. Für letztere sind vor allem die Länge der Strecke, die Höhenmeter und die voraussichtliche Fahrdauer wichtig. Abhängig davon muss geplant werden, wo und wann man das E-Bike unterwegs laden kann. In der Bedienungsanleitung werden Sie Informationen zur Akkulaufzeit finden, die als Durchschnittswert meist in Stunden oder Minuten angegeben ist. Planen Sie eine längere Route also so, dass der Besuch einer E-Bike-Tankstelle oder einer Gaststätte mit einer Lademöglichkeit eingeplant wird.

Zusätzliches Equipment für die E-Bike-Tour

Bei der Frage danach, welches zusätzliche Equipment für den Ausflug benötigt wird, sollte auch die Dauer der Tour ausschlaggebend sein. Für längere Ganztagtouren sollten Sie genug Wasser und Verpflegung, ein Fahrradschloss und Scheinwerfer in weiß und rot für einen sicheren Nachhauseweg mitnehmen. Auch ein Werkzeug für unterwegs kann praktisch sein, wenn es zu einem Reifenplatzer oder einer kaputten Kette kommt.

Einstellungen am E-Bike vornehmen und anpassen

Das Vornehmen der richtigen Einstellungen gehört zum E-Bike fahren lernen dazu. Einige technische Einstellungen am E-Bike werden manuell vorgenommen, zumindest die, die mit Ihrer gewählten Strecke zusammenhängen. Informieren Sie sich vor der Tour über die verschiedenen Fahrprogramme und wann welche Einstellung laut Hersteller empfohlen wird – ein Grund mehr, die Bedienungsanleitung wirklich durchzulesen. Eine Kenntnis der unterschiedlichen Funktionen ist wichtig für den stressfreien Fahrspaß! Manuelle Einstellungen direkt am E-Bike wie Sattelhöhe, Lenkerposition und Reifendruck sollten ebenfalls nie vernachlässigt werden.

E-Bike-Akku: Wo kann ich mein E-Bike aufladen?

Diese Frage wird von vielen Einsteigern aber auch von Fortgeschrittenen gestellt, vor allem dann, wenn sie eine längere Tour planen. Deshalb wollen wir Ihnen Tipps geben, wie, wo und wann Sie Ihr E-Bike unterwegs laden können. Die verbauten Akkusysteme sind unterschiedlich, deshalb kann man die allgemeine Reichweite nur sehr schwer beurteilen. Das Fahrverhalten und das Fahrprogramm werden allerdings vom Board-Computer berücksichtigt und eine ungefähre Laufzeit berechnet. Beachten Sie Folgendes:

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  • Akkuverbrauch über längeren Zeitraum beobachten und künftig berücksichtigen
  • vor dem Start den Akku voll aufladen
  • während der Tour die Informationen des E-Bike-Computers im Auge behalten
  • An einer E-Bike-Tankstelle aufladen: Es gibt sie in vielen Restaurants oder an einigen touristischen Orten. Praktische Apps fürs Smartphone zeigen diese in einer Karte an.
  • in Gasthöfen mit dem mitgebrachten oder geliehenen Netzteil laden
  • mit einem geeigneten Kabel an der 12V-Steckdose in einem Auto laden
  • eventuell für eine mehrtägiger Tour einen Ersatzakku anschaffen
  • rechtzeitiges und vorausschauendes Laden in der Zivilisation, wenn man mal mehrere Tage Offroad unterwegs ist

Manchmal läuft es aber leider doch nach dem Motto ab: Wer sein Rad liebt, der schiebt! Das sollte natürlich die Ultima Ratio sein, denn wenn die Tour ordentlich geplant wurde, wird der Akku geladen, bevor er mitten auf der Strecke ausfällt. Sollte es doch mal dazu kommen, vergessen Sie das Aktivieren der Schiebehilfe nicht!

Technik: Richtig E-Bike fahren lernen

In der Ruhe liegt die Kraft – dieses Sprichwort gilt am Anfang auch beim Pedelec fahren. Anfänger und Einsteiger sollten ihre erste E-Bike-Tour nicht überstürzt antreten, sondern zunächst einmal die Techniken bei einem kurzen Fahrradausflug abseits des Verkehrs verinnerlichen. Worauf ein Neuling unbedingt zu achten hat, erklären wir jetzt.

Vorausschauend E-Bike fahren lernen

Das gilt bekanntlich für alle Fahrten, egal mit welchem Gerät man unterwegs ist. Da mit dem E-Bike gerne Offroad-Strecken gefahren werden, sollte besonders mit dem E-Bike das vorausschauende Fahren geschult sein. Das heißt, dass der Blick stets nach vorne und geradeaus gerichtet sein soll. Es gilt, die Oberfläche des Bodens zu scannen und auch die Kurvenlage zu berücksichtigen. So kann man die Bewegungen präziser ausführen und mit dem eigenen Körper beispielsweise durch Verlagerung des Gewichts reagieren.

Bremsen mit dem E-Bike: Übungen

Auch das Bremsen mit dem E-Bike ist ein sehr wichtiger Faktor. Immer wieder kommt es zu Fahrradunfällen, weil E-Bike-Anfänger zu stark oder falsch abbremsen. Generell gilt: Mit dem E-Bike sollte immer bremsbereit gefahren werden. Das heißt, dass die Finger locker auf beiden Bremsgriffen aufliegen. Um richtig zu Bremsen, sollte man fernab von Verkehr ein paar Bremsübungen machen:

  • Übung 1: Langsames Rollen und vorsichtiges Betätigen beider Bremsen zur gleichen Zeit.
  • Übung 2: Langsames Rollen und vorsichtige Betätigen der hinteren Bremse.
  • Übung 3: Langsames Rollen und noch vorsichtigeres Betätigen der Vorderbremse. Vor allem diese kann bei abrupter Betätigung den Fahrer nämlich unsanft vom E-Bike werfen.

-> Expertentipp: Auch der Untergrund wirkt sich auf die Art des Bremsens und den Bremsweg aus. Je rutschiger der Untergrund, desto weniger sollte die Vorderbremse eingesetzt werden.

Kurven richtig fahren: Gewichtsverlagerung auf dem E-Bike

Eine Tour ohne Kurven gibt es praktisch nicht. Durch Akku und Motor erhöht sich das Gewicht des E-Bikes im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern. Das kann man dann vor allem in der Kurve spüren, denn das höhere Gewicht wirkt sich auf den Umfang der entstehenden Zentrifugalkraft aus. In der Kurve wird mehr Gewicht nach außen gedrückt. Um mit dem E-Bike sicher in eine Kurve zu fahren, sollte der Blick in die gewünschte Fahrtrichtung geworfen werden. So dreht sich der Oberkörper automatisch mit.

Bei einer höheren Geschwindigkeit wird nicht mehr nur der Lenker benötigt, um eine Kurve zu fahren, sondern das Fahrrad selbst. Das E-Bike wird aktiv in die Kurve gelegt. Der Körper bleibt zentral über dem Rahmen, das Gewicht wird leicht nach vorn verlagert. Der äußere Arm wird etwas angewinkelt und der innere, kurvennähere Arm wird fast durchgestreckt. Der Fuß der Kurvenseite sollte sich mit dem Pedal oben befinden. So wird ein gutes Kurvenfahren erleichtert.

-> Wichtig: Die Fahrtgeschwindigkeit sollte nicht innerhalb der Kurve durch Bremsen geregelt werden, sondern man sollte diese bereits vor der Kurve regulieren!

Für Fortgeschrittene: Hindernisse unfallfrei überfahren

Fortgeschrittene werden früher oder später Hindernisse überfahren oder sogar überspringen wollen. Dabei ist eine Gewichtsverlagerung nach vorne in Richtung des Lenkers nötig. Anschließend streckt man die Arme, so als würde man den Lenker von seinem Körper wegschieben. Die Hüfte wandert über das Hinterrad zurück und das Vorderrad hebt sich so über das Hindernis. Die „Landung“ wird durch die Arme abgefedert.

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An die Techniken zum Hindernisse überfahren sollte man sich aber erst trauen, wenn man bereits einige Hundert Kilometer mit dem neuen E-Bike gefahren ist. Ein gutes Fahrgefühl mit dem E-Bike muss sich erst entwickelt. Dann kann die fortgeschrittene Fahrweise fehlerfrei und sicher durchgeführt werden.

Spezialfall: Bergab in die Kurve

E-Biker lieben es, auf Hütten und Almen zu fahren und anschließend eine spritzige Abfahrt mit dem Bike durch die umliegenden Wälder zu genießen. Es kommt dann zu höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten und vielleicht war auch diese Action Ihr persönlicher Kaufgrund für ein E-Bike. Beim Bergabfahren sollten Sie vor allem in der Kurve darauf achten, dass das Fahrrad in die Kurve gedrückt wird. So kann der Schwerpunkt über dem Rad bleiben. Kurz vor der Kurve sollte mit der hinteren Bremse Geschwindigkeit herausgenommen werden, nach der Kurve darf wieder beschleunigt bzw. die Bremse langsam losgelassen werden.

Zusammenfassung: Vorausschauend fahren, Bremsen und E-Bike unterwegs laden

Fazit: Um das Fahren mit einem E-Bike zu lernen, sollten vor der ersten großen Tour abseits von Verkehrsstraßen ein paar Techniken geübt werden. Vorausschauendes Fahren, Bremsen und das Kennenlernen der Fahrprogramme gehören wohl zu den wichtigsten Übungen für Einsteiger.

Generell sollte man, egal ob Anfänger oder Profi, nur so schnell unterwegs sein, dass ein rechtzeitiges Bremsen jeder Zeit möglich ist. Um das schwere E-Bike nicht schieben zu müssen, sollte der Akku stets geladen sein. Eine Möglichkeit im Hinterkopf zu haben, wo man das E-Bike unterwegs laden kann, schadet auch nicht. Nun bleibt uns nur noch viel Spaß zu wünschen und: Helm nicht vergessen!


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