E-Bike-Beleuchtung: Radgeber & Montage-Anleitung

Mit einem E-Bike bist du definitiv schnell und einfach im Straßenverkehr unterwegs. Nun soll gerade bei den potenziell eher hohen Geschwindigkeiten (im Vergleich zum normalen Fahrrad) auch die Sicherheit nicht zu kurz kommen, wozu eine StVO-konforme Beleuchtung definitiv dazugehört. LED Lampe und Co. sind dafür verantwortlich und was es dazu zu wissen gibt, erfährst du hier.

StVO-taugliche Beleuchtung fürs E-Bike

Laut der österreichischen Straßenverkehrsordnung gibt es passive und aktive Beleuchtung. Zur aktiven Beleuchtung zählen alle Lichter, die von allein leuchten, also der Scheinwerfer und das Rücklicht. Die passive Beleuchtung bilden somit die Rückstrahler, die nur Licht abgeben, wenn sie selbst angestrahlt werden.

Die Anzahl, Farbe und eigentlich auch die Größe und Strahlkraft sind laut Gesetz festgelegt und werden bei der Herstellung der jeweiligen Bauteile genauestens berücksichtigt. Als Konsument und E-Bike-Fahrer kannst du dich also zumeist einfach auf die Hersteller und Händler verlassen. Wer einen Fahrradscheinwerfer kauft, kann sich sicher sein, dass dieser auch einer Polizeikontrolle standhält.

Scheinwerfer und Rücklicht

Scheinwerfer und Rücklichter sind wie gesagt die aktive Beleuchtung des E-Bikes (bzw. jedes anderen Rades auch). Ersteres muss weißes Licht abstrahlen, zweiteres rotes. Die dürfen aufsteckbar oder fest verbaut sein, sie dürfen allerdings nicht am Körper getragen werden. Eine Kopflampe als Frontscheinwerfer fürs E-Bike ist demnach unzulässig.

Scheinwerfer und Rücklichter müssen bei Tageslicht und guter Sicht nicht mitgeführt werden. Sobald die Straßenbeleuchtung angeht, solltest du allerdings auch beim E-Bike ihrem Beispiel folgen und die Beleuchtung in Betrieb nehmen. Die Rückstrahler müssen immer mitgeführt werden, was nicht allzu schwer ist, denn sie sind ohnehin fest montiert.

Reflektoren

Apropos Rückstrahler: sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie unterschiedliche Farben haben, je nachdem, wo sie angebracht werden. Vorne sind sie weiß, hinten rot und können auch in die Scheinwerfer und Rücklichter integriert sein (wobei in diesem Fall auch die aktive Beleuchtung jederzeit zumindest mitgeführt werden muss).

Am Vorder- und Hinterrad müssen die Rückstrahler jeweils mindestens 20 mm2 groß sein, was oft durch je zwei orangene Reflektoren gelöst ist. Alternativ kann auch ein weißes, reflektierendes Band auf dem Reifen angebracht sein. Zusätzlich sind in den Pedalen gelbe Reflektoren verbaut. Damit bist du in der Dunkelheit und bei sonstiger schlechter Sicht davor gefeit, übersehen zu werden.

e-bike-scheinwerfer

Was bei den Lampen beachtet werden muss

Besonders bei der aktiven Beleuchtung kannst du darauf achten, dass die Lampe auch hell genug leuchtet. Laut Gesetz ist beim Frontlicht ein Wert von 100 Candela (cd) vorgeschrieben. Candela ist eine Einheit, die die Lichtmenge auf einer bestimmten Fläche misst. Nicht alle Hersteller geben den cd-Wert der Fahrradlampe an.

Alternativ dazu kannst du dich am Lumen oder Lux-Wert orientieren. Eine Standardmarke, die eigentlich bereits sehr hoch ansetzt und dadurch besonders für E-Bikes geeignet ist, liegt dabei bei etwa 150 lux. Der Lux-Wert gibt die Beleuchtungsstärke auf einer gewissen Fläche an (meistens 1 m2). Dabei kommt es aber eben darauf an, wie groß und wie weit entfernt diese Fläche ist.

Unterschiede zwischen 25 km/h- und 45 km/h-Pedelecs

Beim Licht kommt es vor allem darauf an, wie schnell du unterwegs bist. Während ein Standard-Pedelec, dessen Motorunterstützung bei 25 km/h endet, wie ein ganz normales Fahrrad gilt, steht ein S-Pedelec unter strengeren Regelungen. Da es bis zu 45 km/h antreibt, gilt es nicht mehr als Fahrrad und muss mit zusätzlichen Seitenreflektoren ausgestattet werden.

Außerdem muss die Beleuchtung, sowohl die aktive, als auch die passive, fix montiert und damit jederzeit mitgeführt werden. Bei diesen Rädern wird die Lichtanlage meistens aus der Elektronik des Antriebs gespeist. Es dürfen darüber hinaus nur Originalscheinwerfer eingesetzt werden, was besonders gilt, wenn die Anlagen ersetzt werden müssen.

Beleuchtung des Elektrofahrrades über den Akku

Bei einem E-Bike liegt für die Beleuchtung ein recht praktischer Umstand vor, nämlich dass die Stromquelle für den Antrieb auch für die Beleuchtung benutzt werden kann. Somit hast du die Wahl zwischen einem herkömmlichen Dynamo-Antrieb, oder einer Stromeinspeisung über den Akku. Während du über den Dynamo etwa 2,4 Watt herausholen kannst, kannst du dir aus dem Akku auch locker 6-7,5 Watt ziehen und damit die Fahrradbeleuchtung heller gestalten.

Je nach Stromquelle braucht es allerdings auch eine andere Lampe. Während der Dynamo nämlich Wechselstrom liefert, dient der E-Bike Akku mithilfe von Gleichstrom. Darauf müssen Scheinwerfer und Rücklichter eingestellt sein. Das sind sie allerdings in der Regel auch, wenn du sie an den Akku anschließen kannst.

Entgegen eventueller Befürchtungen greift auch die Lampe kaum die Reichweite des Akkus an. Die wenigen Watt, die die Beleuchtung verbraucht, fallen kaum ins Gewicht. Dafür ist das Gefährt sicherer, weil es besser ausleuchtet, mittlerweile zum Teil sogar mit Projektor-Technologie in den Lampen, die durch die bessere Stromzufuhr eben betrieben werden kann, was beim Dynamo nicht möglich war.

Lichter nachrüsten

Prinzipiell müssen alle E-Bikes (außer E-Rennbikes) mit StVO-konformer Beleuchtung ausgestattet werden, wenn sie in den Verkauf kommen. Nun gibt es aber dennoch Fälle, in denen du das E-Bike bezüglich der Beleuchtung nachrüsten möchtest  ­– beispielsweise, wenn ausschließlich im sportlichen Bereich genutzte Modelle auch im Straßenverkehr eingesetzt werden, oder wenn du von Dynamo- auf Akku-Beleuchtung umstellen möchtest.

Bei den Rückstrahlern ist es denkbar einfach. Du kannst sie anstecken oder sogar ankleben und musst nicht viel herum schrauben etc. Soll die aktive Beleuchtung allerdings über den Akku gespeist werden, wird das Nachrüsten unter Umständen etwas kompliziert. Im Zweifelsfall solltest du damit die Fachkraft einer Fahrradwerkstatt betrauen. Oder du gibst dich mit einer einfachen Fahrradleuchte zufrieden, die mit eigener Stromzufuhr funktioniert.

Während du bei normalen E-Bikes mit etwas Geschick selbst Hand anlegen kannst (siehe Kurzanleitung im nächsten Kapitel), solltest du bei S-Pedelecs schon etwas mehr Vorsicht walten lassen. Hier ist besonders auf die StVO-Konformität zu achten, deren Regeln für die schnelleren Elektrofahrräder mit Motorunterstützung bis 45 km/h viel strenger ausfallen. Hier musst du aufpassen, dass du nach dem Nachrüsten keine Probleme mit der Zulassung bekommst.

Anleitung am Beispiel der Bosch-Systeme

Bosch Systems ist eine der beliebtesten Marken, wenn es um E-Bikes geht. Umso weniger überrascht es, dass ein Großteil der E-Bike-Fahrer, die ihre Beleuchtung anpassen wollen, diese auch mit dem Bosch Intuvia Display verbinden wollen. Wie du das anstellen kannst und die beliebte Bosch-Technologie mit Leuchten von Busch+Müller oder dem Supernova E3 aufzurüsten, erfährst du hier in aller Kürze.

Beleuchtung nachrüsten

Wer die Beleuchtung nachzurüsten möchte, braucht zunächst eine kompatible Lampe und sollte sich ein wenig mit Elektronik und dem Aufbau des E-Bikes auskennen. Dazu musst du nämlich die Abdeckung des Motors abschrauben, die Kabel präparieren (zurechtschneiden, abisolieren, anstecken) und sie durch den Rahmen führen, sodass sie die Lampe mit dem Antrieb verbinden.

Licht anschließen

Sind die Kabel durch den Rahmen geführt, kann das Kabel in den dafür vorgesehenen Port am Motor gesteckt werden. Dort befinden sich üblicherweise Kunststoffabdeckungen, die zuvor abgenommen werden. Eine der beiden Schnittstellen ist für die Rücklichter, eine für den Frontscheinwerfer vorgesehen. Hast du die Kabel an den Motor angeschlossen, müssen sie nur noch ordentlich verlegt und der Deckel des Motors wieder angeschraubt werden.

Abschließend lässt sich wiederholen, dass prinzipiell alle E-Bikes StVO-konform verkauft werden müssen. Erwirbst du ein solches, kannst du also sicher sein, dass du die Beleuchtung nicht nachrüsten werden musst. Es sei denn du kaufst das E-Bike gebraucht von einer Privatperson, die schließlich keine Garantie auf die Straßentauglichkeit geben muss.

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