E-Bike-Beleuchtung: Kaufratgeber & Montage-Anleitung

Inhaltsverzeichnis


Immer öfter begegnen einem in der Dämmerung und abends E-Bike-Fahrer mit imposanter Beleuchtung. Die Lampe bekommt in der Regel ihre Energie vom Akku des E-Bikes. „Wow!“, denkt man sich und zugleich entsteht der Wunsch, ebendiese Beleuchtung sein Eigen zu nennen. Wie man am E-Bike die Beleuchtung nachrüstet, welche Hersteller was versprechen und wie das Ganze dann noch montiert wird? Das alles erfährst du in unserem Kaufratgeber.

Beleuchtung über den Akku: Wie funktioniert die E-Bike-Lampe?

Vorab kurz zur Erklärung, worauf wir uns in unserem Ratgeber genau beziehen. Es geht um ein Lichtsystem über Akkueinspeisung. Konkret heißt das: Die Lampe hat keinen eigenen Akku oder Batterien, sondern wird vollständig vom E-Bike-Akku aus mit Strom versorgt.

Vorteile der akkubetriebenen Beleuchtung

  • Der große Vorteil dieser Systeme im Vergleich zum herkömmlichen Dynamo-Antrieb: Die Beleuchtung ist ultrapraktisch, denn die Lampen müssen nicht separat geladen werden. 
  • Während man mit dem Dynamo etwa 2,4 Watt herausholen kann, kannst du dir aus dem Akku locker 6-7,5 Watt ziehen und damit die Fahrradbeleuchtung heller gestalten.
  • Die Lampen sind relativ leicht, weil der Dynamo wegfällt. 
  • Außerdem spart man sich Geld für Batterien. 
  • Durch den fixen Einbau ist auch Schluss mit dem Auf- und Abnehmen der Beleuchtung – Langfinger haben keine Chance mehr. 
  • Die fix verbaute Beleuchtung ist besonders praktisch für E-Bike-Pendler

Der Nachteil: Montageaufwand

Kein großer Vorteil, wo es nicht auch einen – zumindest – kleinen Nachteil gibt: Die E-Bike-Beleuchtung muss nachgerüstet werden d.h. sie ist zumindest bei E-MBT nicht standardmäßig verbaut. Ein Kabel wird vom Frontscheinwerfer (dieser wird meist direkt beim Rad-Computer befestigt) innerhalb vom Rahmen zum Motor verlegt. Dasselbe gilt für den Rückstrahler. 

Dass dies mit einem kleinen oder größeren Montageaufwand verbunden ist, sei aber erst einmal dahingestellt (mehr dazu liest du später). Zuerst wollen wir uns einmal ansehen, was diese Lichtsysteme wirklich alles können und ob es sich lohnt, die E-Bike-Beleuchtung nachrüsten zu lassen… 

Das bietet der Markt in Sachen Beleuchtung für’s E-Bike: 

Lampen, die speziell für das Elektrofahrrad gebaut wurden und über den E-Bike-Akku geladen werden, gibt es inzwischen viele. Angefangen bei den Top-Herstellern Supernova, AXA, Lupine, Busch & Müller erstreckt sich qualitatives Angebot weit über diese hinaus. Um sich in diesem – wir wagen es mal zu behaupten – Überangebot überhaupt noch zurechtzufinden, haben wir die wichtigsten Merkmale einer guten Beleuchtung für’s E-Bike zusammengefasst. 

Was muss eine gute Beleuchtung für das E-Bike haben/können?

  • Die Strecke bestimmt die Leuchtkraft bzw. den Radius des Lichts: Während im Stadtverkehr eine durchschnittliche Leuchtkraft völlig ausreicht, braucht es auf Landstraßen schon eine bessere Beleuchtung mit größerem Radius. In diesem Fall sollte neben der Leistung der E-Bike-Beleuchtung (=Lux) auch das Licht im Lichtkegel vor dem Rad berücksichtig werden. Je höher, desto größer der Radius. 
  • Beleuchtung muss StVO-konform sein: In Deutschland ist dies auf einem Blick an Hand der K-Prüfnummer erkennbar. 
  • Gesetze in deinem Land beachten: Genau nachsehen, welche Lampen für’s Pedelec bzw. für das S-Pedelec laut StVo erlaubt sind. 
  • Gute Halterung: Die Fronthalterung sollte idealerweise direkt unter oder an deinen E-Bike-Computer passen. 
  • Ein Blick auf die Montageanleitung schadet im Vorfeld ebenso nicht: Bei manchen Herstellern lässt sich die Beleuchtung mit nur wenig Aufwand montieren. Bei anderen sind sogar Lötarbeiten und die Freischaltung der Spannungsschnittstelle durch den Fachhändler notwendig. 
  • Kompatibilität Beleuchtung und Akku: Die Beleuchtung muss in Sachen Strommenge und Spannung zum Akku passen. 
  • Kompatibilität Beleuchtung und Motor im Auge behalten: Einige Lampen-Hersteller liefern bestimmt den richtigen Stecker für deinen Motor mit. So minimiert sich der Montageaufwand um ein Vielfaches. Je gängiger die Motoren, desto eher findet sich ein passender Stecker im Lieferumfang. Viele Beleuchtungshersteller liefern Kabel und Stecker für Motoren von Bosch, Yamaha, Brose, Shimano, Panasonic, und Giant.

Unser Tipp: Wer gerade nach einem passenden Licht zum Nachrüsten sucht, sollte mal sehen, ob der gleiche Hersteller eine Beleuchtung anbietet, von dem man bereits den Motor besitzt. 

In Sachen Kosten gilt: Es gibt keine Grenze nach oben. Die gängigen und qualitativen Modelle liegen zwischen 80 und 300 Euro – je nach Funktionsumfang und Stärke der Lampen. 

Wenn auch noch andere Motoren wesentlich sind, bitte ergänzen 😊 

e-bike-scheinwerfer

(Smarte) E-Bike-Beleuchtung nachrüsten: am Beispiel vom Bosch-Motor 

Kein anderer Motorhersteller ist wohl so bekannt wie Bosch. Seit Jahren bietet Bosch passendes Zubehör und Nachrüstung für alle E-Bike-Liebhaber. E-Bikes von Cube, KTM, Scott & Co. sind längst mit Bosch-Antrieb ausgestattet. Der Hersteller ist vor allem bekannt für innovative Gadgets – Stichwort „smarte E-Bikes“. Da sehr viele E-Bike-Liebhaber mit Bosch-Motor herumdüsen, sehen wir uns einmal an, was der Platzhirsch der Motorenhersteller so zu bieten hat. 

Smartes Lichtsystem

Mit dem Cockpit COBI.Bike wird das AmbiSense Lichtsystem mitgeliefert. Es besteht aus einem Frontlicht, welches automatisch zwischen Tagfahrlicht und Abend/Nachtlicht wechselt. Auch die manuelle Bedienung via Smartphone-App ist laut Hersteller möglich. Das Rücklicht schaltet sich dann ein, wenn das Abend/Nachtlicht aktiviert wurde. 

Anleitung: Bosch mit Leuchten von Busch & Müller oder Supernova nachrüsten

Die kostengünstigere Variante ist eine Beleuchtung eines Herstellers zu wählen, die ebenso mit dem Motor von Bosch kompatibel ist. Wie du die Lampen von Busch & Müller oder Supernova nachrüstest, erfährst du nun in aller Kürze :

E-Bike-Beleuchtung nachrüsten

Wer die Beleuchtung nachrüsten möchte, braucht zunächst eine kompatible Lampe und sollte sich ein wenig mit Elektronik und dem Aufbau des E-Bikes auskennen. Dazu musst du nämlich die Abdeckung des Motors abschrauben, die Kabel präparieren (zurechtschneiden, abisolieren, anstecken) und sie durch den Rahmen führen, sodass sie die Lampe mit dem Antrieb verbinden.

Licht anschließen

Sind die Kabel durch den Rahmen geführt, kann das Kabel in den dafür vorgesehenen Port am Motor gesteckt werden. Dort befinden sich üblicherweise Kunststoffabdeckungen, die zuvor abgenommen werden. Eine der beiden Schnittstellen ist für die Rücklichter, eine für den Frontscheinwerfer vorgesehen. Hast du die Kabel an den Motor angeschlossen, müssen sie nur noch ordentlich verlegt und der Deckel des Motors wieder angeschraubt werden.

Montage: Wie rüstet man die Beleuchtung nach?

Leider wenig überraschend: Je nach Hersteller und Modell unterscheidet sich die Montage. In den meisten Fällen wird die Leuchte direkt an den Motor angeschlossen. 

Was benötigt man für die Montage?

  • Beleuchtung
  • Montagematerial: Bei qualitativen Lampen wird das Montagematerial gleich mitgeliefert.
  • Passendes Verbindungskabel für den Motor: Falls dieses nicht im Lieferumfang enthalten ist. 
  • Werkzeug
  • Zeit 

Folgende Schritte sind in der Regel notwendig:

Wir haben uns im obigen Abschnitt die Beleuchtungen von Busch & Müller oder Supernova angesehen. Die Montage von Lampen anderer Hersteller verläuft aber in der Regel nach demselben Prinzip. Hier nochmal die Punkte zusammengefasst: 

  • Motorverkleidung muss meistens entfernt werden, weil sich darunter die Anschlüsse befinden.
  • Kabel vorbereiten, so dass sie an der Lampe sowie an den Schnittstellen für die Rückstrahler angeschlossen werden können. 
  • Das Kabel wird an der Innenseite des Rahmens zum Motor verlegt. Je nach Modell und E-Bike ist das ein kleinerer oder größerer Aufwand. Verkleidungen und Abdeckungen müssen aber in jedem Fall entfernt werden. Bei manchen Lampen sind Lötarbeiten nötig. 
  • Am Ende wird noch die Lampenausrichtung eingestellt. Achtung, der Gegenverkehr darf nicht geblendet werden! Am besten wird das mit Hilfe einer weißen Wand getestet.

Die Vielseitigkeit und große Menge an verschiedenen Lichtsystemen und E-Bikes ermöglicht es uns nicht, eine Anleitung für alle Modelle bereitzustellen. In der Regel sollte eine Montageanleitung zu jedem Gerät im Lieferumfang enthalten sein. Ein guter Tipp ist auch, auf den Hersteller-Webseiten vorbeizuschauen. 

Exkurs: Länderspezifische Gesetze bzgl. E-Bike-Beleuchtung

Die E-Bike-Beleuchtung ist praktisch für den Fahrer und trägt vor allem zur eigenen Sicherheit bei. Aus diesem Grund ist die Beleuchtung von Fahrrädern gesetzlich geregelt. 

Egal ob Deutschland, Österreich oder Schweiz: Ein Fahrrad muss im Dunkeln eine aktive und passive Beleuchtung haben. Da das E-Bike, oder Pedelec, nur bis zu 25 km/h vom Motor unterstützt wird, handelt es sich laut StVo um ein Fahrrad. Sehen wir uns nun an, wie die deutschsprachigen Länder die aktive Beleuchtung geregelt haben: 

Deutschland

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung sieht vor, dass der Frontscheinwerfer mit mindestens 10 Lux in 10 Meter Entfernung strahlt. Der Gegenverkehr darf nicht geblendet werden. Die Montagehöhe beträgt für Abblendlicht und Rückstrahler vorne 400 bis 1200 mm. Hinten muss der Rückstrahler auf Höhe von 250 und 1200 mm montiert werden. Anhand der sogenannten K-Prüfnummer erkennt man auf einen Blick, ob der Strahler den Kriterien der StVZO entspricht. 

Österreich

Die österreichische Fahrradverordnung gibt an, dass der Scheinwerfer mit einer Lichtstärke von mindestens 100 cd (Candela) in den Farben gelb oder weiß nach vorne leuchten und ein rotes Rücklicht mit mindestens 1 cd nach hinten leuchten muss. 

Schweiz

Das Straßenverkehrsgesetz sieht vor, dass das weiße Licht nach vorn und das rote Licht nach hinten bei guter Witterung auf 100 Meter sichtbar sein muss. Der Gegenverkehr darf nicht geblendet werden. 

Gut zu wissen: Tipps zum Nachrüsten in der Praxis

Von der Anfangsidee bis hin zur fertig montierten Beleuchtung ist es kein Katzensprung – so viel ist klar. Bereits vor dem Kauf ist einiges zu beachten. Aber auch dann, wenn die E-Bike-Beleuchtung erfolgreich nachgerüstet wurde, darfst du einige wichtige Dinge nicht vergessen. Abschließend haben wir noch hilfereiche Tipps rund um das Nachrüsten von E-Bike-Beleuchtungen zusammengefasst. 

Was tun, wenn der Akku beim Fahren leer wird?

Gehen wir mal vom Worst-Case aus: Eine längere Tagestour und auf den letzten Kilometern schaltet sich der Akku ab. Die Dämmerung ist bereits eingetreten – du weißt, ohne Licht darfst du mit dem E-Bike nachts nun nicht mehr weiterfahren. 

Wir haben eine gute Nachricht: Bei den meisten E-Bikes schaltet sich die Tretunterstützung bei einem Akkustand von ca. 10 % aus. Das Licht wird so lange weiter brennen, bis der Akku komplett leer ist. 1-2 Stunden sollten noch drin sein. 

Entgegen eventueller Befürchtungen greift die Lampe kaum die Reichweite des Akkus an. Die wenigen Watt, die die Beleuchtung verbraucht, fallen kaum ins Gewicht. Dafür ist das Gefährt sicherer, weil es besser ausleuchtet, mittlerweile zum Teil sogar mit Projektor-Technologie in den Lampen. Diese Technologie kann durch die bessere Stromzufuhr betrieben werden – beim Dynamo war dies nicht möglich.

Lumen, Lux und Candela – was bedeutet das? 

Für alle, die sich während dem Lesen des Kaufratgebers hie und da unsicher waren, worum es sich bei Lumen, Lux und Candela handelt, hier eine Kurzerklärung:

  • Lumen = Gesamtmenge an Licht (eine Glühlampe mit 20 Watt strahlt ca. 200 Lumen aus)
  • Lux = Beleuchtungsstärke (also z.B. wie viel Licht ist in 10 Metern Entfernung noch sichtbar)
  • Candela = Lichtstärke, die die Lampe in eine Richtung ausstrahlt

Quelle: https://www.wirsindheller.de/Begriffe-in-der-Lichtmessung.28.0.html

Licht am Helm – reicht das aus? 

Die Beleuchtung am Helm kann zusätzlich gewählt werden. Auf Grund der gesetzlichen Vorgaben muss ein Fahrrad mit aktiver und passiver Beleuchtung ausgestattet sein. In Deutschland wird zudem die genaue Platzierungshöhe angegeben, wodurch ein LED-Licht am Helm alleine deshalb schon nicht ausreichen würde.

Beleuchtung für ein S-Pedelec

Auch Speed Pedelecs genannt, machen sich die Elektrofahrräder auf Grund der Geschwindigkeit ihren Namen: S-Pedelecs verfügen über eine Motorunterstützung bis 45 km/h. Es gelten nicht die Regelungen für Fahrräder (inkl. E-Bikes, also Pedelecs). Die Regelung Nr. 113 der Wirtschaftskommission für Europa der UNECE regelt die Beleuchtung dieser Fahrzeugklasse. 

Die Beleuchtung muss, sowohl die aktive als auch die passive, fix montiert und damit jederzeit mitgeführt werden. Bei S-Pedelecs wird die Lichtanlage meistens aus der Elektronik des Antriebs gespeist. Es dürfen darüber hinaus nur Originalscheinwerfer eingesetzt werden, was besonders gilt, wenn die Anlagen ersetzt werden müssen.

Den Unterschied zwischen Pedelec und S-Pedelec haben wir in einem anderen Ratgeber erklärt.

Kann eine normale Fahrradbeleuchtung über den Akku eingespeist werden?

Kurz und knapp: Nein. Der Akku stellt Gleichstrom bereit. Dynamos erzeugen einen sogenannten Wechselstrom. (AC-DC – bestimmt schon mal gehört, oder?) Eine Kompatibilität ist somit nicht gegeben. 

Ist also bereits eine Beleuchtung an deinem E-City Bike installiert und du möchtest diese tauschen, sollteste du vorab prüfen, woher der Strom für das Licht kommt. 

Was ist der Unterschied zwischen Scheinwerfer und Reflektoren?

Scheinwerfer (weiß oder gelb) und Rücklichter (rot) sind die aktive Beleuchtung des E-Bikes (bzw. jedes anderen Rades auch). Sie dürfen aufsteckbar oder fest verbaut sein, sie dürfen allerdings nicht am Körper getragen werden. 

Scheinwerfer und Rücklichter müssen bei Tageslicht und guter Sicht nicht mitgeführt werden. Sobald die Straßenbeleuchtung angeht, solltest du allerdings beim E-Bike ihrem Beispiel folgen und die Beleuchtung in Betrieb nehmen. Die Rückstrahler müssen immer mitgeführt werden, was nicht allzu schwer ist, denn sie sind ohnehin fest montiert.

Reflektoren zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie unterschiedliche Farben haben, je nachdem, wo sie angebracht werden. Vorne sind sie weiß, hinten rot und können in die Scheinwerfer und Rücklichter integriert sein (wobei in diesem Fall die aktive Beleuchtung jederzeit mitgeführt werden muss).

Am Vorder- und Hinterrad müssen die Rückstrahler jeweils mindestens 20 mm2 groß sein, was oft durch je zwei orangene Reflektoren gelöst ist. Alternativ kann auch ein weißes, reflektierendes Band auf dem Reifen angebracht sein. Zusätzlich sind in den Pedalen gelbe Reflektoren verbaut. Damit bist du in der Dunkelheit und bei sonstiger schlechter Sicht davor gefeit, übersehen zu werden.

Fazit zum Thema „E-Bike-Beleuchtung nachrüsten“

Das Nachrüsten der Beleuchtung für E-Bikes stellt kein großes Problem dar – Lichtsysteme mit Akkuspeisung gibt es inzwischen in jeder Preisklasse. Wichtig ist es, die Kompatibilität mit dem eigenen E-Bike und dem Akku vorab zu prüfen. Für Bastler und jene, die sich mit Elektronik auskennen, stellt die Montage überhaupt kein Problem dar. Wenn du dich mit dem Nachrüsten der Beleuchtung für dein E-Bike aber auf neues, technisches Terrain begibst, könnte es sinnvoller sein, die Hilfe eines Fachmanns zu beanspruchen. Viel Erfolg und gute Fahrt!

Titelbild © David.Sch – stock.adobe.com
Bild © MP2 – stock.adobe.com